Schule & Gesundheit

Gesundheitsfördernde Schule - Jetzt fügen wir die Puzzleteile zusammen


Gute Gesundheit unterstützt erfolgreiches Lernen.
Erfolgreiches Lernen unterstützt die Gesundheit.
Erziehung und Gesundheit sind untrennbar.“

Desmond O`Byrne (Leiter der Abteilung für Gesundheitsförderung, WHO/Genf)

Seit mehr als 10 Jahren beschäftigt sich die Johannes-Kepler-Schule mit der Frage, wie wir die Schule hinsichtlich einer gesundheitsfördernden Gestaltung weiterentwickeln können.

Unser zentrales Ziel ist die Verbesserung der Bildungsqualität durch eine gesteigerte Gesundheitsqualität. Kernaufgaben sind die Gestaltung

  • gesundheitsfördernder Lern-und Lebensräume für Schülerinnen und Schüler,
  • von Arbeitsplätzen für Lehrerinnen und Lehrer, die diesen Anforderungen genügen,
  • eines guten Schulklimas und
  • einer gesundheitsförderlichen Schulorganisation.

Jetzt haben wir vier Teilzertifikate erreicht - mit einem Teilzertifikat sind wir bereits in der Rezertifizierung gewesen:

  • Teilzertifikat Bewegung & Wahrnehmung 2011 – Rezertifizierung 2015
  • Teilzertifikat Sucht- & Gewaltprävention 2013
  • Teilzertifikat Verkehrserziehung & Mobilitätsbildung 2014
  • Teilzertifikat Ernährung & Verbraucherbildung 2016

Seit dem Schuljahr 2013/2014 ist an der Johannes-Kepler-Schule in Kooperation mit medical airport service das Thema „Lehrergesundheit“ mit dem Ziel angegangen worden, auch hier das Teilzertifikat zu erreichen. Der Prozess ist noch nicht abgeschlossen. Verschiedene Arbeitsgruppen sind im Nachgang zu einer Befragung des Kollegiums zur Arbeitsplatzsituation und zu den besonderen Belastungen des Schul- und Unterrichtsalltages an unserer Schule noch bei der Konzeptentwicklung, bei der es vor allem darum geht, systemisch bedingte Belastungsphänomene zu bearbeiten.

Bei allen Teilzertifikaten werden drei Dimensionen mit entsprechenden Qualitätskriterien (GQ=GesundheitsQualität) berücksichtigt:

  1. Lehren und Lernen,
  2. Arbeitsraum und Arbeitsplatz,
  3. Gesundheitsmanagement.

 

Teilzertifikat Bewegung & Wahrnehmung

Bereits 2007 und 2008 haben wir uns im Rahmen von zwei Pädagogischen Tagen um den Zusammenhang von Lernen und ausreichender Bewegung gekümmert. Lernen gelingt dann am besten, wenn auch die Bewegung im Unterricht eine Rolle spielt. Das erreicht man natürlich auch nur dann, wenn Lehrerinnen und Lehrer angemessen fortgebildet werden und dieses Wissen in den Unterricht einbringen. Die Weiterentwicklung der räumlichen Voraussetzungen ist an unserer Schule sehr gut: Unser Spieleverleih stellt attraktive Spielgeräte zur Verfügung, die Räume sind hell, gut ausgestattet und in angemessener Größe, Ruhe- und Bewegungsbereiche innerhalb des Schulgebäudes und auch außerhalb, auf dem Schulgelände mit vier Schulhöfen und dem angrenzenden Wald, unterstützen entsprechende Maßnahmen.

Das Curriculum bietet neben dem regulären Sportunterricht zusätzliche Angebote im Wahlpflichtunterricht bzw. Wahlunterricht der verschiedenen Schulzweige.

Fest im Terminplan der Johannes-Kepler-Schule verankert sind sportliche Veranstaltungen für alle Jahrgangsstufen, die sich neben bestimmten sportlichen Schwerpunkten auch dem Gedanken des fairen Umgangs miteinander widmen.

Im Bereich des Ganztagsangebotes gibt es eine Reihe von Arbeitsgemeinschaften, die sich dem Ziel der Gesundheitsförderung verpflichtet sehen.

Seit Jahren nehmen Schülerinnen und Schüler erfolgreich auch an Wettbewerben teil.

Die Kooperation mit Vereinen der Region ermöglicht uns, ein qualifiziertes Unterrichtsangebot zu entwickeln. So unterstützt uns beispielsweise die DLRG, Ortsgruppe Neuhof beim Schwimmunterricht. Der Verein SV Grün-Weiß-Fulda 1953 bietet einen Lehrgang Selbstverteidigung für die Abgangsschülerinnen und Schüler an. Mit ProImpuls, einem Anbieter für erlebnispädagogische Seminare, lassen wir Schülerinnen und Schüler der Eingangsklassen Erfahrungen im Bereich der Teamentwicklung sammeln und reflektieren.

Ab dem Schuljahr 2018/2019 werden wir mit einem Profil-Sport für die neuen 5. Klassen mit dem Ziel beginnen, ein spezifisches Bewegungsangebot für Schülerinnen und Schüler zu machen.

 

Teilzertifikat Sucht- & Gewaltprävention

Der Sucht- und Gewaltprävention kommt an der Johannes-Kepler-Schule in Neuhof ein hoher Stellenwert zu. Die Inhalte und Grundsätze der Präventionsarbeit sind sowohl im Unterricht als auch im Schulalltag fest verankert.

Ein gutes soziales Miteinander ist Grundvoraussetzung für ein harmonisches Schulklima. Wir versuchen auf unterschiedlichen Wegen, bestmögliche Rahmenbedingungen für ein gutes Schulklima zu schaffen. Hierzu gehört eine hohe Beratungskompetenz bei den Kolleginnen und Kollegen, die ein professionelles Konfliktmanagement ermöglicht. Ein enges Netz möglicher Ansprechpartner lädt die Schülerinnen und Schüler zur vertrauensvollen Kommunikation ein und bietet zugleich die Grundlage für eine schnelle Wahrnehmung gefährdender Situationen. Zusätzlich wird das soziale Miteinander innerhalb jeder Klasse durch zahlreiche Maßnahmen gestärkt. Hierzu gehören besondere Projekte zu Schuljahresbeginn (z.B. PRO IMPULS, Methoden- und Wanderwoche), aber auch kontinuierliche Anlässe im Laufe des Schuljahres (z.B. SV-Stunden, KL-Stunden, Klassenrat).

Wichtig sind für uns auch die örtlichen und räumlichen Rahmenbedingungen. Nach Abschluss der umfangreichen Sanierungsarbeiten präsentiert sich die JKS in hellen, freundlichen Farben und mit einem großzügigen und gut ausgestatteten Raumangebot. Die verschiedenen Pausenhöfe (eigener Hof für die Fünft- und Sechstklässler) und die Lage „im Wald“ bieten zudem vielseitige Möglichkeiten. Aufgrund des hohen Spiele-Angebotes in den Pausen, den zahlreichen Aufsichten und zusätzlichen Betreuungs- und Unterstützungsangeboten (offene Lernzeiten in der Grünen Zone, Aufenthalt in der Mediothek, Hausaufgabenbetreuung…) herrscht eine freundliche, mit wenigen Konflikten belastete Atmosphäre. Die Schülerinnen und Schüler übernehmen mit fest etablierten Diensten (z.B. Klassenlotsen, Ordnungsdienst, Buslotsen, Schulsanitäter…) Verantwortung für das soziale Miteinander und sind an der Gestaltung und Nutzung der Räumlichkeiten aktiv beteiligt.

Das Selbstwertgefühl der Schülerinnen und Schüler wird durch vielfältige AG-Angebote und weitere Möglichkeiten zur Selbstverwirklichung (z.B. Jugend debattiert, Adventsspiel, musikalischer Abend, Talente-Wettbewerb, Bundesjugendspiele, Feste und Feiern…) gestärkt. Themenorientierte Unterrichtsangebote und Elternabende gehen speziell auf die Bereiche „neue Medien“, „Sucht und Alltagsdrogen“ und „Soziales Miteinander“ ein.

Eine enge Begleitung auf dem Weg in die Berufswelt – insbesondere in unserem Hauptschulzweig – soll den erfolgreichen Übergang von der Schule in eine Ausbildung ermöglichen.

 

Teilzertifikat Verkehrserziehung & Mobilitätsbildung

Die meisten Schülerinnen und Schüler unserer Schule sind Fahrschüler. Sie werden aus den umliegenden Ortschaften im Südkreis Fulda an die Johannes-Kepler-Schule am Opperzer Berg gebracht.

Vor daher steht zu Beginn ihrer Zeit an unserer Schule das Kennenlernen der Besonderheiten des Busverkehrs an erster Stelle. Dabei unterstützen uns die Mitarbeiter der Lokalen Nahverkehrsgesellschaft (LNG) des Landkreises, Mitarbeiter des Osthessischen Polizeipräsidiums und des ADAC. Einen besonderen Stellenwert haben unsere Schulbuslotsen. Sie werden von einer Lehrerin und einem Lehrer in Zusammenarbeit mit der Polizei ausgebildet und trainiert. Störungen im Bereich des Schulbusverkehrs werden mit den Betroffenen besprochen. Rückmeldungen der entsprechenden Busunternehmen haben uns signalisiert, dass die Einrichtung der Buslotsen zu einer deutlichen Verbesserung der Situation in und um den Bus geführt hat.

In Zusammenarbeit mit der Bundespolizei wurde in den Jahrgangstufen 5/6 ein Projekt angeboten, das die Gefahren im Umfeld von Gleisanlagen thematisierte. Da diese Inhalte zurzeit auch in den Grundschulen unseres Einzugsbereichs vermittelt werden, sind wir dabei, ein Modul für höhere Klassenstufen zu entwickeln.

Da mittlerweile immer mehr Schülerinnen und Schüler auch mit dem Mofa bzw. mit einem Moped zur Schule kommen, werden wir ein entsprechendes Modul in den nächsten Monaten in Kooperation mit der Polizei planen.

 

Teilzertifikat Ernährung & Konsum

Inhalte von Ernährungsfragen und Konsumverhalten sind bei uns curricular in unterschiedlichen Fächern des Pflichtunterrichts auf allen Jahrgangsstufen verankert. In der Methodenwoche, im Wahlpflichtunterricht, im Rahmen von Klassenlehrerstunden werden Gesundheitsfragen thematisiert.

Bei der Umsetzung der Ziele des Teilzertifikates kooperieren wir mit Unternehmen der Region, konkret mit der Bäckerei Happ und dem Metzger Robert Müller. Betriebsbesichtigungen, Fortbildungen, die Unterstützung bei Festen und Feiern in der Schule und die Möglichkeit des Praktikums veranschaulichen die Kooperationsvielfalt.

In den letzten Jahren haben wir uns mit dem Ernährungsverhalten unserer Schülerinnen und Schüler beschäftigt. Im Kioskverkauf haben wir den Verkauf von Süßigkeiten reduziert. An zwei Tagen in der Woche werden an unserem Schulkiosk keine Süßigkeiten angeboten. Den Verkauf von Wasser haben wir durch eine entsprechende Preisgestaltung gesteuert.

Mit dem Caterer in der Cafeteria führen wir jährliche Rückmeldegespräche, in denen wir Rückmeldungen über die Qualität des Angebotes weitergeben und Wünsche von Schülerinnen und Schülern bzw. der Lehrerschaft kommunizieren.

Ein Hygieneplan ist an unserer Schule mit konkreten Umsetzungen verabschiedet worden.

In der nächsten Zeit wollen wir die Kooperation mit zwei Biolandbauern entwickeln, damit wir den Zusammenhang von gesunder Ernährung und regionalen Produkten besser erfahrbar machen können.

 

Teilzertifikat Lehrergesundheit (in Arbeit)

Seit dem Schuljahr 2013/2014 beschäftigen wir uns an der Johannes-Kepler-Schule mit den Möglichkeiten, unsere schulische Belastungssituation zu erfassen und Möglichkeiten der Veränderung zu entwickeln. Ausgangssituation war ein Fragebogen des Hessischen Kultusministeriums, um die Stärken und die Schwächen unseres Unterrichtsalltages konkret zu erfassen. Unterstützt von medical airport service wertete eine Arbeitsgruppe den Fragebogen aus, identifizierte die Bereiche, die systemisch angegangen werden könnten, und bereitete in der Folge zwei Pädagogische Tage vor. Dieser Prozess ist im Gang. Die Veränderungsmöglichkeiten beziehen sich auf Aspekte der Jahresplanung (z.B. Wie können wir in der Jahresplanung der Schule eine sinnvolle Verteilung von Projekten erreichen, ohne dass Lern- und Unterrichtszeiten immer wieder unterbrochen werden?), der Unterrichtsorganisation (z.B. Inwiefern könnte eine Umgestaltung des Stundenplans durch Doppelstunden zu einer Entlastung und zur Verbesserung der Lehr- und Lernsituation führen?) und des Raumkonzeptes (z.B. Welche Chancen und Grenzen bietet das Klassen-Lehrer-Raum-Prinzip hinsichtlich einer gesundheitsförderlicheren Situation für alle Beteiligten?). Hierzu werden in den nächsten Monaten Vorschläge vorgelegt, diskutiert und auf ihre Umsetzbarkeit hin überprüft.

Die Erarbeitung der Teilzertifikate hat uns gezeigt, dass wir, das Steuerteam Schule und Gesundheit, an der Johannes-Kepler-Schule auf dem richtigen Weg sind. Vier Teilzertifikate liegen vor. Jetzt wird es Zeit, dass wir die Puzzleteile zusammenbringen und uns der Überprüfung stellen, das Gesamtzertifikat Gesundheitsfördernde Schule zu erlangen. Dem Team der Gesundheitsförderung gehören die folgenden Kolleginnen und Kollegen an:

Heiko Schmidt (Bewegung & Wahrnehmung), Dagmar Unger und Ingo Bartels (Verkehrserziehung & Mobilitätsbildung), Katrin Tödter und Judith Krauser (Ernährung & Konsum), Holger Wehrle (Sucht- & Gewaltprävention), Ute Röhrig und Wolfgang Zoth (Gesamtleitung).

Wir sind guten Mutes!